Das Anergienetz funktioniert wie folgt
Das Quartier Visp-West liegt in der Nähe des Werksareals der Lonza. Zur Kühlung vieler Anlagen bezieht das Lonzawerk Wasser aus der Rhone und Grundwasser. Dieses Kühlwasser wird nach dem Kühlprozess in spezielle Sammelkanäle geleitet, bevor es wieder der Rhone zugeführt wird. Einer dieser Kanäle grenzt an das Quartier Visp-West. Somit kann dieses Kanalwasser, also die ungenutzte Abwärme , mit einer maximalen Temperatur von 12°C je nach Produktionsprozess der benachbarten Industrie, als primäre Energiequelle genutzt werden. Das Konzept des Anergienetzes sieht vor Wärme aus dem Lonzakanal zu beziehen und diese in einer Technikzentrale über Wärmetauscher an das eigentliche Versorgungsnetz abzugeben. In jedem Gebäude wird dann eine dezentrale Wärmepumpe installiert, welche die Lonzaabwärme nutzt und die Heizenergie auf der gewünschten Temperatur bereitstellt. Das Versorgungsnetz ist ein Zweileiternetz, das alle Gebäude miteinander mit einem Strahlnetz verbindet. Diese energetische Koppelung ermöglicht die Abwärmenutzung der einzelnen Gebäude untereinander. Das bedeutet, dass wenn ein Gebäude im Sommer gekühlt wird, die abgegebene Wärme in einem anderen Gebäude zur Warmwasserbereitstellung verwendet werden kann.
Das Anergienetz sowie die dazugehörige Technikzentrale sind in Etappen ausbaubar und können die zugebauten Neubauten sowie zum Teil bestehende Gebäude in diesem Quartier sukzessiv versorgen.
Das Netz wurde für die Wärmekapazität des Kanals berücksichtigt. Falls die Temperatur im Kanal unter 8.3°C fällt, schaltet automatisch eine fix installierte Notheizung ein.